Am Schwarzen Graben

Bestandsanalyse

Der Ortsteil Rosellen

Der Bezirk Rosellen mit den Ortsteilen Rosellen, Allerheiligen, Elvekum, Schlicherum, Bettikum, Gier und Kuckhof bildet den südlichsten Teil des Neusser Stadtgebiets und grenzt unmittelbar an Dormagen. Im Westen reicht Rosellen bis an die B 477 und damit an Hoisten heran, im Osten bildet die Autobahn A 57 und im Norden der Ortsteil Norf die Grenze. Verkehrstechnisch ist Rosellen gut über Bahn- (mit S-Bahn Haltepunkt in Allerheiligen) und Busverbindungen angebunden. Die guten Verkehrsanbindungen, die naturnahe Lage mit Mühlenbusch und Schwarzem Graben, verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten werden Rosellen auch weiterhin zu einem attraktiven Ortsteil machen. Zur Zeit leben in Rosellen rund 14.500 Einwohner*innen. Dank vieler Neubaumaßnahmen – insbesondere in Allerheiligen – gilt der Stadtbezirk als der dynamischste im Neusser Stadtgebiet.

14300

Einwohner*innen in Rosellen

20

Hektar Plangebiet

4

Sportplätze

141

Jahre Schützenfestkultur

Ortsbildprägende Strukturen

Das Plangebiet „Am Schwarzen Graben“ grenzt unmittelbar an die historische Ortslage Rosellerheide, die sich beidseitig entlang der Neukirchener Straße erstreckt. Dabei sind noch heute vereinzelte ortstypische Häuser erkennbar, die giebelständig zur Straße orientiert sind. Damit bildet die Neukirchener Straße das Rückgrat des Ortsteils. Der historische Mittelpunkt der vier beinahe nahtlos ineinander übergehenden Ortschaften Rosellen, Neuenbaum, Rosellerheide und Gier wird durch die Kirche St. Peter, den Kirchplatz und die sich daran angliedernden alten Häuser und Hofanlagen definiert (Brunnenstraße/Rosellener Kirchstraße). Die weitere Bebauung orientiert sich an den beiden Haupterschließungsstraßen K 20 (Nord-Süd) und der K 33 (West-Ost). In diesem Bereich hat sich auch im Laufe der Zeit ein zweites kleines Zentrum mit Gemeindehaus gebildet.

Die Bebauungsstruktur des Stadtteils Rosellerheide mit Neuenbaum ist überwiegend kleinteilig und besteht vorrangig aus Ein- und Zweifamilienhäusern, Reihenhäusern, durchsetzt mit einigen Mehrfamilienhäusern. Ausnahmen bilden die größeren Baustrukturen südlich der Neukirchener Straße sowie Sonderbauten wie die St.-Peter-Grundschule oder gewerbliche Einheiten beispielsweise im Norden von Rosellerheide.

Nutzungen

Rosellen mit Neuenbaum ist überwiegend durch Wohnnutzungen gekennzeichnet. Hinzu kommen Flächen für den Gemeinbedarf, wie die Kirche St. Peter nördlich des Kirmesplatzes Rosellen, die St.-Peter-Grundschule mit Spielplatz und Sporthalle, das Gemeindezentrum „Heidezentrum“ an der Neukirchener Straße und die Trinitas-Kirche Rosellerheide im Süden. Es gibt drei kleinere Gewerbegebiete, in Allerheiligen, und verteilt rund um die Raiffeisenstraße, Am alten Bach, Henselsgraben und östlich der S-Bahn.

Für die Gewährleistung der Nahversorgung am Standort wird ein zentraler Versorgungsbereich ausgewiesen, der gewerbliche Nutzungen und Geschäfte entlang der Neukirchener Straße umfasst. Das Angebot vor Ort umfasst kleine Handels- und Dienstleistungsbetriebe sowie Gastronomie und einen kleinen Supermarkt. Das Angebot sowie auch die Erreichbarkeit für den Fuß- und Radverkehr werden als ausbaufähig empfunden, sodass aktuell viele Bewohner*innen ergänzend das Angebot in Allerheiligen nutzen.

Die Nähe des Plangebiets zur Neusser Stadtgrenze führt dazu, dass in Rosellerheide-Neuenbaum weniger eigene soziale Infrastrukturen vorhanden sind, da insbesondere die bestehenden Angebote in den angrenzenden Gemeinden genutzt werden, wie z.B. die Jugendzentren. Im direkten Umfeld des Plangebiets „Am Schwarzen Graben“ steht nur der Jugendbus als mobiles und öffentlich gefördertes Angebot zur Verfügung. Über die bestehenden Kirchen hinaus bietet das Heidezentrum Raum für bürgerschaftliche und private Aktivitäten. Eine Ausweitung des Angebots wird an einzelnen Stellen gewünscht.

Mit der St.-Peter-Grundschule, die nördlich an das engere Plangebiet angrenzt, und drei weiteren Kindertageseinrichtungen (KiTa) in Rosellerheide-Neuenbaum wird das Angebot der sozialen Infrastruktur ergänzt. Die nächstgelegene weiterführende Schule befindet sich in Neuss Norf. Um zukünftig die Versorgung mit Kindertagesstätten-Plätzen im gesamten Neusser Stadtgebiet sicherzustellen, soll innerhalb des erweiterten Plangebiets eine zusätzliche Kindertagesstätte entstehen. Darüber hinaus ergibt sich durch die bauliche Entwicklung des Plangebiets „Am Schwarzen Graben“ ein zusätzlicher Bedarf an Betreuungsplätzen, die in einer weiteren Kindertagesstätte realisiert werden sollen.

Grün- und Freiraumstrukturen

Landschaftsprägende Freiräume ergeben sich aus einer Nebenader des Norfbachs, dem Schwarzen Graben, der in einem gedehnten Halbkreis um Rosellerheide und Neuenbaum verläuft und eine relativ breite Auen-, Wiesen- und Waldlandschaft (Rosellener Bruch) mit sich zieht. Der zusammenhängende Siedlungskörper wird damit von einem nahezu durchgängigen, verhältnismäßig breiten Grüngürtel eingebettet. Insgesamt weisen die Grün- und Freiräume, insbesondere in den Randbereichen um Rosellerheide und Neuenbaum, sehr gute und qualitativ hochwertige Naherholungspotenziale sowie ökologisch positive klimatische Funktionen auf.

Im Plangebiet und in direkter Nähe dazu gibt es ein vielfältiges Freiraumangebot. So bestehen im Norden der Friedhof mit Kapelle, Feld- und Wiesenstrukturen, eine Grünfläche südlich des Heidezentrums sowie ein Spielplatz an der St.-Peter-Grundschule. Das Plangebiet wird von vielen kleinteiligen befestigten und unbefestigten Wegen durchzogen, die von Erholungssuchenden häufig genutzt werden. Lediglich kleinteilige Nord-Süd-Verbindungen könnten – auch um die Wege zur Schule und zu den Sportstätten sicherer zu gestalten – ergänzt werden.

Als öffentlich nutzbare Plätze stehen der Schützen- und Kirmesplatz an der Neukirchener Straße sowie der Festplatz Rosellen im Norden des Areals zur Verfügung. Ergänzt werden diese durch den Pitter-un-Paul-Platz, der zwar gute Aufenthalts- und Verweilflächen bietet, jedoch aufgrund der geringen Angebote (Gastronomie etc.) im Umfeld kaum genutzt wird.

Zentral für das kulturelle Leben ist der Schützenplatz, der zwar nur wenige Tage im Jahr mit dem Schützenfestzelt und Kirmesgeschäften belegt ist, aber aus dem Leben des Ortsteils nicht wegzudenken ist. Die hohe Lärmbelastung während der Festzeltnutzung ist allerdings für die umliegenden Gebäude schon heute ein Problem. Innerhalb des Moderationsverfahrens wird daher auch eine mögliche Verlagerung des Schützenplatzes auf einen angemessenen Alternativstandort zu diskutieren sein, um zu klären, inwieweit eine bauliche Entwicklung im Umfeld realisiert werden kann.

Eine besondere Bedeutung für Rosellerheide sowie für die angrenzenden Ortsteile übernehmen die Sport- und Erholungsflächen, die von der Bevölkerung stark nachgefragt werden. An die Theodor-Klein-Bezirkssportanlage grenzen weitere Sport- und Tennisplätze an. Die vorhandenen Sportflächen entsprechen dem Bedarf vor Ort, jedoch weist beispielsweise der Tennenplatz einen hohen Sanierungsgrad auf. Daher besteht die Überlegung, diesen Sportplatz im erweiterten Plangebiet heutigen Ansprüchen entsprechend neu zu bauen.

Verkehr

Grundsätzlich ist der Ortsteil verkehrlich gut erschlossen. Über die Neukirchener Straße erfolgt die Anbindung an die übergeordneten Verkehrswege. In Stoßzeiten führt dies dazu, dass auf der in Teilen eingeengten Straße mit Busverkehren die Verkehrsaufnahmekapazität an ihre Grenzen stößt.

Das Fuß- und Radwegenetz mit Anbindung an das Stadtzentrum sowie die übergeordneten ÖPNV-Haltepunkte sind gut ausgebaut. Allein die Querung der Neukirchener Straße stellt gerade für Schulkinder auf dem Schulweg ein Gefahrenpotenzial dar. Demgegenüber besteht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit seinen Busverbindungen trotz mehrerer Haltestellen in räumlicher Nähe des Plangebiets aufgrund der geringeren Taktung und Anbindung an die Innenstadt Ausbaubedarf.

Für die Erschließung des künftigen Baugebiets ist eine gezielte Berücksichtigung von zusätzlich entstehenden Verkehren erforderlich. Mögliche Erschließungen des Areals können von der St.-Peter-Straße im Osten oder von der Neukirchener Straße im Süden über die Straße „Am Schwarzen Graben“ im Westen erfolgen. Die weiteren Zugänge von der Neukirchener Straße in das Plangebiet sollen nach jetzigem Stand eher dem Fuß- und Radverkehr des Quartiers dienen.

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