Am Schwarzen Graben

Historische Entwicklung

Der Bezirk Rosellen, in dem heute der Ortsteil Rosellen liegt, liegt am südlichen Rand der Stadt Neuss. Schriftlich Überliefertes gibt es über den Ort – der ebenfalls zum früheren Kirchspiel Rosellen („Kirchspiel“ ist der Bereich einer Pfarrei) gehörte – bereits mit Beginn des ersten Jahrtausends: So ist in historischen Quellen die Ortsbezeichnung Roselden (1281) genannt. Die Endung verrät, dass diese Ortschaft schon früher gegründet worden sein muss: die Silbe „-sel“ in Roselden (seli: Hof, Heim) deutet auf eine fränkische Besiedlung hin. Mit einiger Sicherheit ist die Siedlung im 5. bis 6. Jahrhundert n. Chr. von fränkischen Bauern gegründet worden.

In verschiedenen geschichtlichen Epochen wurde der Stadtteil von Zerstörungen durch Kriege und Beeinträchtigungen für die Bürger*innen getroffen. Gehöfte wurden geplündert und zerstört, Verbindungen unterbrochen und das gesellschaftliche Leben verändert.

Die Bevölkerungsentwicklung in Allerheiligen und Rosellen blieb im Verlauf der Zeit von 1871 bis 1939 nahezu konstant bei rund 1.500 Einwohner*innen. Der landwirtschaftlich geprägte Raum mit seinen Gehöften und der dörflichen Struktur veränderte erst nach den Weltkriegen sein Gesicht. Es folgte ein stärkerer Anstieg der Bevölkerung bis in die 1950er Jahre, der nochmals bis zur kommunalen Neugliederung und der Eingemeindung in die Stadt Neuss im Jahr 1975 auf rund 5.000 Einwohner*innen übertroffen wurde. Mit dem zunehmenden Bevölkerungswachstum verlor die Landwirtschaft an Bedeutung. Stattdessen fanden die Bewohner*innen Arbeit in Fabriken und Gewerbebetrieben, die aber großteils nicht mehr im Ort lagen.

In den 1970er Jahren wurde der Ortsteil durch mehrere Siedlungserweiterungen vergrößert. Die neuen Siedlungsbereiche ließen zwischen der Straße „Am schwarzen Graben“ und den Grundstücken nördlich der Neukirchener Straße einen großzügigen innerörtlichen Freiraum entstehen, der sich bis heute durch landwirtschaftliche Nutzungen, Wiesenflächen für die Tierhaltung und Spazierwege auszeichnet.

Das benachbarte Allerheiligen wuchs deutlich stärker, hier finden auch die Rosellener vielfältige Nahversorgungs-, Bildungs- und Verkehrsanschlüsse an das übergeordnete Verkehrsnetz. Diese Bautätigkeiten dauern in einzelnen Abschnitten heute noch an. Daher entstanden in den letzten Jahren keine neuen größeren Wohngebiete in Rosellen, Rosellerheide und Neuenbaum. Jedoch war auch dort in den zurückliegenden Jahren eine rege Bautätigkeit festzustellen. Neu-Eigentümer*innen renovierten ihre Eigenheime, zahlreiche Baulücken wurden geschlossen und vorhandene Siedlungen mit neuen Häusern ergänzt. Es zeigt sich, dass Rosellen ein attraktiver Wohnstandort im Neusser Süden ist – der Wunsch, hier zu wohnen kann jedoch derzeit nicht befriedigt werden.