Am Schwarzen Graben

FAQs – Fragen und Antworten

Das Plangebiet, das zukünftig baulich entwickelt werden kann, umfasst eine Fläche von ca. 20 Hektar. In der Abgrenzung des Plangebiets ist dies das enge Plangebiet, das im Süden durch die Neukirchener Straße und im Norden durch die Theodor-Klein Sportanlage begrenzt wird.

Die Fläche des engeren Plangebiets unterscheidet sich durch die ergänzenden Flächen des Tennenplatzes im Osten und des Schützenplatzes in der Mitte des Plangebiets bzw. den Flächen bis zum Wirtschaftsweg zur im FNP-Entwurf (05/2020) dargestellten Wohnbaufläche. Für beide Flächen werden im Rahmen des Moderationsverfahren Szenarien geprüft, wie eine Entwicklung unter Einbezug der Flächen erfolgen kann bzw. welche Restriktionen und Rahmenbedingungen von den Flächen für eine zukünftige Bebauung ausgehen.

Auf dem Areal „Am Schwarzen Graben“ könnten bis zu 250 Wohneinheiten entstehen. Die exakte Anzahl an Wohneinheiten steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest, hängt von der Fläche ab, die tatsächlich entwickelt werden soll, und soll im Moderationsverfahren mit Ihnen diskutiert werden.

Der Zeitpunkt für den Baustart kann aktuell noch nicht festgelegt werden. Das Projekt befindet sich zurzeit in der ersten Planungsphase. Nach Abschluss des dialogorientierten Moderationsverfahrens müssen die ersten Ideen zur Entwicklung in einem städtebaulichen Rahmenplan weiterentwickelt werden. Danach wird ein Bebauungsplan aufgestellt, bis das Gelände rechtskräftig bebaut werden kann. Erst zu diesem Zeitpunkt kann eine ungefähre Aussage zum Baustart gemacht werden.

Im Plangebiet soll eine Mischung aus Eigentums- und Mietobjekten entstehen. Es sollen Ein- und Zweifamilienhäuser sowie dem Ort angepasste Mehrfamilienhäuser entwickelt werden.

Bei einer baulichen Entwicklung des Plangebiets „Am Schwarzen Graben“ wird es öffentliche Freiräume geben. Die genaue Größe kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht definiert werden. Rahmenbedingungen und Bedarfe gilt es dazu im Moderationsverfahren und den unterschiedlichen Beteiligungsmöglichkeiten mit Ihnen zu erörtern.

Grundsätzlich soll später nur dort gebaut werden, wo es keine wesentlichen Beeinträchtigungen für Natur und Umwelt gibt. Auch Erschließungswege und Fuß- und Radwege sollen so konzipiert werden, dass eine Störung der schützenswerten Biotope vermieden wird.

Bei der baulichen Entwicklung wird ein ausgewogenes Verhältnis zwischen bebauten Räumen und Freiräumen angestrebt. Auch öffentliche Freiräume sind einzuplanen, die dann mit Spazierwegen und Radwegen ergänzt werden. Ziel ist es, die Qualität der bestehenden Wegeverbindungen zu verbessern und gleichzeitig die vorhandenen Anschlusspunkte zu den benachbarten Grünbereichen zu erhalten.

Der Schützenplatz liegt aktuell mittig im Plangebiet „Am Schwarzen Graben“. Wie mit dem Platz bei einer zukünftigen baulichen Entwicklung des Plangebiets umzugehen ist, stellt einen zentralen Aspekt im Moderationsverfahren dar, den es intensiv im Dialog mit Ihnen zu diskutieren gilt.

Bei einer Anzahl von bis zu 250 neuen Wohneinheiten reichen die bestehenden Kapazitäten der Schule nach dem jetzigen Stand aus.

Grundsätzlich besteht aktuell kein Bedarf an zusätzlichen Sportflächen, die den Bestand ergänzen. Lediglich der Tennenplatz an der St.-Peter-Straße weist eine geringe Nutzungs- und Gestaltungsqualität und zugleich einen hohen Sanierungsbedarf auf. Daher besteht die Überlegung, diese Sportplatzfläche in das Plangebiet „Am Schwarzen Graben“ einzubeziehen und einen Alternativstandort mit einem neuen Sportplatz vergleichbarer Größe in räumlicher Nähe zu entwickeln.

Ein dialogorientiertes Moderationsverfahren ist ein Prozess, der als Vorbereitung für die Entwicklung von Planungen angewendet wird. Ziel ist es, bestehende und unter Umständen unterschiedliche Interessenslagen vielfältiger beteiligter Akteure vor Ort zusammenzutragen. Die gemeinsame Aushandlung von Chancen und Lösungswegen für die bauliche Entwicklung sowie zu berücksichtigende Rahmenbedingungen werden in einem solchen Verfahren intensiv bearbeitet. Entscheidend für das Gelingen ist zudem die Einbindung eines externen Teams aus Moderator*in und Planer*innen, das alle Belange neutral aufnimmt und auf Basis der fachlichen Expertise mögliche Lösungswege aufzeigt.

Ein städtebaulicher Rahmenplan ist ein informelles Planwerk mit dem Zweck, im Vorfeld der rechtsverbindlichen Planung durch kooperative Prozesse mögliche Konflikte zu beseitigen oder auszugleichen. Er dient der Konkretisierung der Entwicklungsziele für einen städtischen Teilbereich. Dabei werden gestalterische, ordnende und auf Nutzungen bezogene Ziele festgelegt, jedoch ohne rechtsverbindlichen Charakter.

In einem Flächennutzungsplan wird die Art der Bodennutzung für das gesamte Stadtgebiet nach den voraussehbaren Bedürfnissen in Grundzügen dargestellt. Er gibt eine grobe Auskunft zu Wohnbau-, Verkehrs-, Gewerbe- und Grünflächen. Der Flächennutzungsplan stellt daher die Grundlage für quartiersbezogene Bebauungspläne dar (siehe nächste Frage).

In einem Bebauungsplan werden die Art und Weise sowie die Nutzungen der möglichen Bebauung des Grundstücks festgesetzt. In diesem Zusammenhang wird auch das Verhältnis von bebauter und freizuhaltender Fläche geregelt. Dieser Plan mit textlicher Begründung wird durch den Rat der Stadt Neuss als Satzung beschlossen und ist damit rechtskräftig.

Ein „Umlegungsverfahren“ ist ein rechtlich geregeltes Grundstückstauschgeschäft und soll die verschiedenen Interessen der Grundstückseigentümer ausgleichen. Ziel ist es, bebaute und unbebaute Grundstücke neu zu ordnen, um nach Lage, Form und Größe für eine bauliche oder sonstige Nutzung zweckmäßige Baugrundstücke zu erhalten. Die Grundlage für das Umlegungsverfahren bildet der Bebauungsplan.

Aufgrund der Corona-Pandemie gewinnen derzeitig digitale Beteiligungen an Bedeutung, um trotz der Kontaktbeschränkungen die Ideen, Wünsche und Bedenken der Bürger*innen zu erhalten. In diesem Moderationsverfahren erfolgt die Online-Beteiligung über eine Kartenanwendung, auf der zu unterschiedlichen Kategorien und zu verschiedenen Fragestellungen Anregungen direkt verortet werden können. Sie können sich auch über Kommentare mit Ihren Mitbürger*innen zu einem Thema austauschen.

Die Stadt Neuss ist Teileigentümerin von Grundstücken innerhalb des Plangebiets und hat das Verfahren initiiert. Darüber hinaus werden alle privaten Eigentümer*innen in den Prozess eingebunden. Aufgrund der Größe des Plangebiets wird zudem großer Wert auf die Beteiligung der gesamten interessierten Öffentlichkeit gelegt. Das Moderationsverfahren wird von dem Stadtplanungsbüro scheuvens + wachten plus aus Dortmund moderiert, organisiert und inhaltlich durchgeführt.

Innerhalb des Moderationsverfahrens gibt es verschiedene Möglichkeiten sich als Bürger*in in den Prozess einzubringen. Die Online-Beteiligung steht allen Interessierten der Stadt Neuss zur Verfügung, um Hinweise und Wünsche direkt in einer Karte zu verorten und so den Prozess mitzugestalten. Zudem werden die direkt an das Plangebiet angrenzenden Bewohner*innen mittels Postwurfsendung über die Entwicklung und das Verfahren informiert. Gleichzeitig erhalten sie mit einer vorgefertigten Postkarte die Möglichkeit Ideen und Bedenken zu versenden.

Aktuell können sich Eigentümer*innen mit ihren Zielvorstellungen und Fragen direkt in das informelle Moderationsverfahren einbringen. Sofern ein förmliches Umlegungsverfahren zur Neuordnung der Grundstücke erforderlich wird, werden die Eigentümer*innen bzw. Nutzungsberechtigten der betroffenen Grundstücke mit förmlicher Einleitung des Verfahrens durch die Stadt/Umlegungsstelle benachrichtigt und eingebunden.

Aufgrund der Corona-Pandemie können die bekannten klassischen Beteiligungsformate derzeit nur eingeschränkt umgesetzt werden. Zum Schutz aller Beteiligten erfolgt die Partizipation nun insbesondere auch digital über diese Projektwebseite. Hier gibt es unter anderem die Möglichkeit, sich in der Online-Beteiligung einzubringen und die Ideen direkt auf einer digitalen Karte zu verorten. Die Anwohnerinnen und Anwohner erhalten zudem eine Postwurfsendung mit integrierter Postkarte, die für Anregungen zum Versand genutzt werden kann. Zudem ist für die Mitte der zweiten Jahreshälfte eine 1. Öffentlichkeitsveranstaltung geplant. Die Konzeptionierung erfolgt angepasst an die aktuell bestehenden Regularien der Stadt Neuss und des Landes Nordrhein-Westfalen.

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