Am Schwarzen Graben

Zwischenfazit

Für den Stadtteil Rosellerheide-Neuenbaum in Neuss wird derzeit ein dialogorientiertes Moderationsverfahren zur Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts für das Gebiet „Am Schwarzen Graben“ unter intensiver Einbeziehung lokaler Akteure, Politik, Stadtverwaltung sowie im Dialog mit der Stadtgesellschaft durchgeführt.

Die Stadt Neuss strebt an, die Nutzungen am nördlichen Ortsrand von Rosellerheide neu zu ordnen und im Zuge dessen auch Flächen einer baulichen Entwicklung zuzuführen, um der bestehenden hohen Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden. Die Fläche umfasst ca. 20 Hektar („engeres Plangebiet“) und ist durch die umgebenden Wohnbauflächen, Grün- und Ackerflächen sowie Flächen für Tierhaltung und Sport geprägt.

Dabei wird das Plangebiet nochmal in das engere und das erweiterte Gebiet unterschieden.

Das „erweiterte Plangebiet“ wird im Osten durch die St.-Peter-Straße und im Westen durch die bogenförmig nach Norden verlaufende Straße „Am schwarzen Graben“ begrenzt. Es bildet den Rahmen für das im Fokus der Diskussion liegende „engere Plangebiet“. Dieser Kernbereich beinhaltet die Flächen zwischen der Neukirchener Straße und den Sportflächen der Theodor-Klein-Sportanlage und bezieht darüber hinaus den Tennenplatz mit ein. Für diese Flächen soll über eine Bebauung mit Wohnungen nachgedacht werden. Die Fläche des engeren Plangebiets unterscheidet sich durch die ergänzenden Flächen des Tennenplatzes im Osten und des Schützenplatzes in der Mitte des Plangebiets bzw. den Flächen bis zum Wirtschaftsweg zur im Flächennutzungsplan (FNP 2021) dargestellten Wohnbaufläche. Das Gelände vom örtlichen Schützenverein wird in Teilen als Festplatz sowie als Kirmesplatz genutzt.

Für das engere als auch das erweiterte Plangebiet werden im Rahmen des Moderationsverfahren Szenarien geprüft, wie eine Entwicklung unter Einbezug der Flächen erfolgen kann bzw. welche Restriktionen und Rahmenbedingungen von den Flächen für eine zukünftige Bebauung ausgehen.

Durch die vielfältigen Nutzungen innerhalb des Plangebiets und im angrenzenden Umfeld sowie durch die kleinteilige Eigentümerstruktur treffen unterschiedliche und zum Teil konkurrierende Interessenslagen im Rahmen einer zukünftigen Entwicklung aufeinander.

Das Büro scheuvens + wachten plus planungsgesellschaft mbh aus Dortmund wurde deshalb mit einem Moderationsverfahren beauftragt, um alle Positionen der Akteure umfassend aufzunehmen, transparent darzustellen und miteinander abzustimmen. Anschließend sollen aus diesen Positionen und Analysen städtebauliche Strukturskizzen entwickelt werden, die als Grundlage für weitere Schritte der Entwicklung des Plangebiets dienen sollen.

In diesem Moderationsverfahren wurden bisher unterschiedlichste Schritte durchgeführt. In der Vorbereitungsphase hat sich das Planungsteam mit den inhaltlichen und räumlichen Rahmenbedingungen des Untersuchungsgebiets befasst und erste Erkenntnisse in räumlichen Karten dargestellt. Parallel dazu wurde unter www.am-schwarzen-graben.de eine Projektwebsite zur Kommunikation des Verfahrens in die Öffentlichkeit aufgebaut sowie erste Schlüsselpersonengespräche mit zentralen Akteuren des Stadtteils geführt. Dies waren im Einzelnen die Fraktionsvertreter*innen von CDU und SPD, die Träger*innen der Sportvereine vor Ort sowie der Schützen- und Heimatverein. In digital durchgeführten Einzelgesprächen wurden die unterschiedlichen Interessen und Belange aufgenommen, um die lokalen Sichten zu erfassen. Ergänzend zu den vorab geführten Schlüsselpersonengesprächen wurde eine umfassende Öffentlichkeitsveranstaltung durchgeführt, die auf Grund der Corona-Pandemie unter besonderen Umständen umzusetzen war. Als Lösung wurde am 10. Oktober 2021 ein Stationslauf im Plangebiet umgesetzt, wobei sich interessierte Bürger*innen an einzelnen Thementischen über die erarbeiteten Inhalte informieren sowie in den Dialog mit dem Planungsteam treten konnten und so weitere Anregungen und Ideen für die Zukunft des Untersuchungsgebiets „Am Schwarzen Graben“ eingeben konnten. Im Zuge des Prozesses hat sich zudem die Bürgerinitiative „Am Schwarzen Graben muss grün bleiben! Für den Erhalt der Natur und gegen den drohenden Verkehrskollaps“ formiert, die ihre Anliegen mit Übergabe einer Petition an die Stadt verdeutlicht hat.

Ein weiterer zentraler Baustein der Beteiligung der Öffentlichkeit waren eine Postwurfsendung für Anwohner*innen und Eigentümer*innen, mit der eine Postkarte mit Anregungen an das Planungsbüro zurückgesandt werden konnte sowie eine Online-Beteiligung von Mitte September bis Mitte Dezember 2020. Interessierte Bürger*innen hatten mit der Online-Beteiligung die Möglichkeit, in einer interaktiven Karte ihre Anregungen, Ideen und Bedenken zu verorten und zugleich mit anderen in den Dialog zu treten, indem weitere Beiträge kommentiert und bewertet wurden. Postwurfsendung und Online-Beteiligung haben insgesamt 25 Ideen, 71 Kommentare und insgesamt 1.991 Bewertungen (Like & Dislike) ergeben.

Alle zuvor genannten Beteiligungsformate wurden einzeln ausgewertet und dessen Ergebnisse bereits auf der Projekthomepage www.am-schwarzen-graben.de veröffentlicht. Im Folgenden soll nun in der Analysephase eine Übersicht entstehen, welche Gemeinsamkeiten aber auch Widersprüche sich aus den gesammelten Erkenntnissen ergeben haben, um daraus mögliche Entwicklungsszenarien abzuleiten. Die Zwischenergebnisse stehen hier zum Download bereit und wurden thematisch und nicht akteursbezogen ausgewertet, da die Auswertung der Beteiligungsformate zum einen anonym erfolgte und zum anderen die Ergebnisse als Grundlage für die Strukturskizzen dienen. Diese Skizzen werden in Varianten übersetzt und nach Abstimmung mit der Stadt Neuss der Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt.

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